Frauen · 5 Min. Lesezeit

Pornosucht bei Frauen: häufiger als gedacht, seltener besprochen

Fast alle Angebote richten sich an Männer. Dabei ringen auch viele Frauen mit ihrem Konsum. Was Studien zeigen und was hilft.

Kurz gesagt
  • Problematischer Konsum betrifft häufiger Männer, aber Frauen sind keine Ausnahme.
  • In einer Studie mit 719 Frauen sagten die Menge des Konsums und negative Folgen voraus, ob Frauen Hilfe suchten.
  • Frauen fühlen sich mit dem Thema oft besonders allein, weil fast alle Angebote auf Männer zugeschnitten sind.

„Ich bin eine Frau und glaube, ich bin pornosüchtig. Es fühlt sich an, als wäre das das am wenigsten erforschte Thema überhaupt.“ Sätze wie dieser tauchen in Foren immer wieder auf. Sie zeigen ein echtes Problem: Fast alle Apps, Videos und Communities richten sich an Männer.

Was Studien zeigen

In der großen International Sex Survey mit über 82.000 Teilnehmenden aus 42 Ländern berichteten Männer zwar die höchsten Werte für problematischen Konsum (Bőthe u. a., 2024). Frauen waren aber ebenfalls betroffen, und die Instrumente funktionierten für alle Geschlechter.

Eine polnische Studie von Lewczuk und Kollegen (2017) befragte 719 Frauen zwischen 14 und 63 Jahren, darunter 39, die wegen ihres Konsums Hilfe suchten. Anders als bei Männern sagte bei Frauen auch die reine Menge des Konsums voraus, ob sie Hilfe suchten, zusätzlich zu den negativen Folgen. Auch Religiosität spielte eine Rolle.

Was oft anders ist

  • Mehr Scham, weniger Austausch: Das Thema gilt als „Männersache“, Frauen sprechen noch seltener darüber.
  • Andere Formen: Neben Videos spielen bei vielen Frauen auch erotische Geschichten und „Dark Romance“ eine Rolle.
  • Andere Motive: Häufig geht es um Selbstwert, das eigene Körperbild, Nähe und Einschlafen.

Was hilft

Die Strategien sind im Kern dieselben: Auslöser erkennen, Hürden einbauen, ein klares Warum, Bewegung, das Handy nachts aus dem Bett. Wichtig ist, dass die Begleitung dich anspricht und nicht so tut, als wärst du ein Mann.

Deshalb fragt Dopawise beim Start, wer du bist. Für Frauen passen sich Motive, Effekte, Ziele und Texte an, zum Beispiel mit Schwerpunkten wie „Mich selbst wieder mögen“ oder „Mein Körper, meine Lust“.

Häufige Fragen

Können Frauen pornosüchtig sein?

Ja. Problematischer Konsum ist bei Männern häufiger, Frauen sind aber ebenfalls betroffen und sprechen oft noch seltener darüber.

Zählen erotische Geschichten auch?

Wenn du die Kontrolle verlierst und darunter leidest, ja. Entscheidend ist nicht das Format, sondern ob du es steuern kannst.

Gibt es Hilfe speziell für Frauen?

Wenige Angebote sind auf Frauen zugeschnitten. Beratungsstellen und Therapien helfen aber allen Geschlechtern, Dopawise passt Inhalte an Frauen an.

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Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Wenn du stark leidest oder Gedanken hast, dir etwas anzutun, wende dich an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos, rund um die Uhr) oder an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen

  1. Bőthe, B. u. a. (2024). Problematic pornography use across countries, genders, and sexual orientations: Insights from the International Sex Survey. Addiction, 119(5), 928–950. researchonline.ljmu.ac.uk/id/eprint/22192/
  2. Lewczuk, K., Szmyd, J., Skorko, M., & Gola, M. (2017). Treatment seeking for problematic pornography use among women. Journal of Behavioral Addictions, 6(4), 445–456. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6034965/