NoFap · 6 Min. Lesezeit

Masturbation ohne Pornos: NoPorn oder NoFap, was passt zu dir?

Nur Pornos weglassen oder auch Masturbation? Was die Forschung zu Masturbation sagt, worin sich NoPorn und NoFap unterscheiden und wie du deinen Weg findest.

Kurz gesagt
  • NoPorn heißt: keine Pornos. NoFap heißt in vielen Communitys: auch keine Masturbation. Beides sind persönliche Entscheidungen.
  • Für gesundheitliche Schäden durch Masturbation selbst gibt es keine Belege.
  • Masturbation mit eigener Fantasie ist für viele ein gangbarer Weg. Entscheidend ist, ob du die Kontrolle hast.

„No Fap ohne Pornos, aber mit Fantasie?“ Diese Frage stellen sich viele, die mit Pornos aufhören wollen. Manche Communitys sagen: Alles oder nichts. Andere sagen: Masturbation ist völlig normal, nur die Pornos sind das Problem. Wer hat recht? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was du erreichen willst.

NoPorn und NoFap: der Unterschied

Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Grob lassen sich drei Wege unterscheiden:

  • NoPorn: Du verzichtest auf Pornos. Masturbation bleibt erlaubt.
  • NoFap im engeren Sinn: Du verzichtest auf Pornos und auf Masturbation.
  • Hard Mode: In manchen Foren heißt das: zusätzlich kein Orgasmus, auch nicht mit Partnerin oder Partner.

Fernandez, Kuss und Griffiths (2021) beschreiben in ihrer Auswertung von Abstinenz-Tagebüchern genau diese Bandbreite: Beim sogenannten „Reboot“ verzichten manche nur auf Pornos, andere zusätzlich auf Masturbation oder Orgasmus.

Was die Forschung zu Masturbation sagt

Für viele ist die zentrale Frage: Ist Masturbation schädlich? Nach dem Stand der Forschung lautet die Antwort nein. Zimmer und Imhoff (2020) halten in ihrer Studie fest, dass es keine Belege für negative gesundheitliche Effekte von Masturbation gibt. Trotzdem wird der Verzicht oft empfohlen.

Spannend ist, was die Forschenden über die Motivation herausfanden. Sie befragten über 1.000 Menschen über einen allgemeinen Reddit-Thread. Die meisten hatten schon einmal versucht, auf Masturbation zu verzichten. Die Motivation dafür hing vor allem mit Einstellungen zusammen, besonders mit der Überzeugung, Masturbation sei ungesund. Mit Verhaltensmerkmalen wie der Häufigkeit von Orgasmen hing sie dagegen nicht nennenswert zusammen.

Das heißt nicht, dass dein Wunsch nach Verzicht falsch ist. Es heißt nur: Viele verzichten wegen einer Annahme, die wissenschaftlich nicht gedeckt ist.

Was für NoPorn spricht

  • Klares Ziel: Du nimmst dir das vor, was dich wirklich stört. Für die meisten sind das die Pornos, nicht die Masturbation.
  • Weniger Druck: Du kämpfst nicht gegen ein normales körperliches Bedürfnis, sondern gegen eine Gewohnheit.
  • Neue Verknüpfungen: Masturbation mit eigener Fantasie oder Körpergefühl kann helfen, Lust wieder vom Bildschirm zu lösen.
  • Weniger Angst: Feuchte Träume oder eine Phase mit wenig Lust werden weniger zum Drama.

Was für NoFap sprechen kann

  • Enge Kopplung: Wenn Masturbation bei dir fast immer zu Pornos führt, kann eine Pause von beidem anfangs leichter sein.
  • Klare Regel: Manche kommen mit einer eindeutigen Linie besser zurecht als mit Graubereichen.
  • Bewusstsein: Eine Pause kann zeigen, wie oft du aus Langeweile, Stress oder Gewohnheit zum Handy greifst.

Und die Fantasie?

Viele fragen, ob eigene Fantasien „zählen“. Für die meisten, die vor allem von Pornos loskommen wollen, ist Masturbation mit Fantasie ein vernünftiger Weg. Fantasie ist etwas Eigenes, sie kommt aus dir und nicht aus einem endlosen Strom an Neuem.

Achte nur auf zwei Dinge: Wenn sich die Fantasie immer mehr wie ein Porno im Kopf anfühlt und dich wieder Richtung Bildschirm zieht, ist das ein Signal. Und wenn du merkst, dass du Masturbation genauso automatisch nutzt wie vorher Pornos, etwa jedes Mal bei Stress, lohnt es sich, hinzuschauen.

Ein Experiment statt eines Dogmas

Wenn du unsicher bist, kannst du die Frage auch ausprobieren statt sie theoretisch zu entscheiden. Nimm dir zum Beispiel einen Monat lang einen Weg vor und beobachte ehrlich: Wie oft kommt der Drang zu Pornos? Wie geht es dir mit dem Schlaf, der Stimmung, der Konzentration? Fühlt sich Masturbation ohne Pornos gut an, oder zieht sie dich zurück zum Bildschirm?

Nach dem Monat weißt du mehr als nach jeder Forendiskussion. Wichtig ist nur, dass du dir vorher festlegst, was du testest, und nicht mitten im schwierigen Moment die Regeln änderst. Wie lange ein solcher Versuch sinnvoll ist, beschreiben wir in NoFap wie lange.

So findest du deinen Weg

Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Was stört dich wirklich? Die Pornos, die Zeit, die Inhalte, die Scham, oder die Masturbation selbst?
  • Woher kommt die Idee, auch Masturbation wegzulassen? Aus eigener Erfahrung oder aus einem Video, das Superkräfte verspricht?
  • Wie hängen beide bei dir zusammen? Führt das eine fast immer zum anderen?
  • Passt es zu deinen Werten? Grubbs und Kollegen (2019) zeigten, dass der Konflikt mit eigenen Werten das Gefühl von Sucht stark prägt. Wenn dich Masturbation nur wegen fremder Regeln belastet, ist das wichtig zu wissen.

Du kannst deinen Weg auch ändern. Viele starten mit einer Pause von beidem und kehren später zu Masturbation ohne Pornos zurück. Andere merken, dass NoPorn von Anfang an gereicht hätte. Beides ist in Ordnung. Mehr zu den möglichen Fallen findest du in NoFap Nachteile.

Was das für dich heißt

Du musst dich nicht zwischen „alles“ und „nichts“ entscheiden. Wähle den Weg, der zu deinem Ziel passt, und bleib offen, ihn anzupassen. In Dopawise legst du beim Start selbst fest, was für dich zählt, nur Pornos oder auch Masturbation, und kannst das später ändern.

Häufige Fragen

Ist Masturbation ohne Pornos okay?

Für die meisten ja. Für gesundheitliche Schäden durch Masturbation gibt es keine Belege. Wenn dich vor allem Pornos stören, ist Masturbation mit eigener Fantasie ein gangbarer Weg.

Was ist der Unterschied zwischen NoPorn und NoFap?

Bei NoPorn verzichtest du nur auf Pornos. NoFap meint in vielen Communitys zusätzlich den Verzicht auf Masturbation. Welcher Weg passt, hängt von deinem Ziel ab.

Zählt Fantasie bei NoFap?

Das legst du selbst fest. Für viele, die von Pornos loskommen wollen, ist Fantasie in Ordnung. Achte nur darauf, ob sie dich wieder Richtung Bildschirm zieht.

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Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Wenn du stark leidest oder Gedanken hast, dir etwas anzutun, wende dich an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos, rund um die Uhr) oder an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen

  1. Fernandez, D. P., Kuss, D. J., & Griffiths, M. D. (2021). The Pornography „Rebooting“ Experience: A Qualitative Analysis of Abstinence Journals on an Online Pornography Abstinence Forum. Archives of Sexual Behavior, 50(2), 711–728. doi.org/10.1007/s10508-020-01858-w
  2. Zimmer, F., & Imhoff, R. (2020). Abstinence from Masturbation and Hypersexuality. Archives of Sexual Behavior, 49(4), 1333–1343. doi.org/10.1007/s10508-019-01623-8
  3. Grubbs, J. B., Perry, S. L., Wilt, J. A., & Reid, R. C. (2019). Pornography Problems Due to Moral Incongruence: An Integrative Model with a Systematic Review and Meta-Analysis. Archives of Sexual Behavior, 48(2), 397–415. doi.org/10.1007/s10508-018-1248-x