NoFap · 6 Min. Lesezeit

Mehrmals am Tag masturbieren: Ist das noch normal?

Mehrmals täglich masturbieren: normal oder zu viel? Was die Sexualmedizin sagt, wann es ein Problem wird und wie du es seltener machst, wenn du willst.

Kurz gesagt
  • Auch mehrmals täglich ist für sich genommen kein Krankheitszeichen. Eine „normale“ Zahl gibt es nicht.
  • Achte auf drei Dinge: Kontrolle, Leidensdruck und Folgen im Alltag.
  • Wenn es fast immer mit Pornos und nachts am Handy passiert, liegt dort der größte Hebel.

Zweimal am Tag, manchmal dreimal, an freien Tagen noch öfter. Viele, die so etwas über sich schreiben, fragen danach: „Ist das noch normal?“ Die kurze Antwort: Eine Zahl allein sagt darüber wenig. Die längere Antwort steht hier.

Was die Sexualmedizin sagt

Die International Society for Sexual Medicine (ISSM) betont, dass es keine „normale“ Häufigkeit gibt. Manche masturbieren mehrmals täglich, andere selten oder nie. Auch eine hohe Häufigkeit ist für sich genommen kein Problem.

Masturbation ist außerdem sehr verbreitet, in jedem Alter. Eine große US-Studie mit fast 6.000 Menschen zwischen 14 und 94 Jahren zeigte, dass Masturbation über das ganze Leben hinweg häufig ist (Herbenick u. a., 2010). In Großbritannien hatten rund 73 Prozent der Männer zwischen 16 und 44 in den vier Wochen vor der Befragung masturbiert (Gerressu u. a., 2008). Wie oft genau, schwankt von Mensch zu Mensch enorm.

Wann mehrmals täglich zum Problem wird

Statt auf die Zahl zu schauen, hilft ein Blick auf drei Punkte:

  • Kontrolle: Machst du es, weil du Lust hast, oder weil es „einfach passiert“? Hast du schon versucht, es seltener zu machen, und es nicht geschafft?
  • Leidensdruck: Fühlst du dich danach oft leer, genervt oder schlecht?
  • Folgen: Leiden Schlaf, Arbeit, Schule, Treffen mit Freunden oder die Beziehung? Hast du Reizungen oder Schmerzen?

Wenn du hier überall Nein sagst, gibt es keinen Grund zur Sorge. Wenn mehrere Punkte zutreffen, lohnt sich ein genauerer Blick. Wann es zwanghaft wird, erklärt der Artikel Masturbationssucht.

Warum es oft mehrmals täglich wird

Häufig steckt eine Funktion dahinter, nicht pure Lust. Typisch sind:

  • Runterkommen: nach Stress, Frust oder einem langen Tag.
  • Langeweile: allein zu Hause, nichts zu tun, Handy in der Hand. Mehr dazu unter Langeweile.
  • Einschlafen: nachts im Bett als Ritual.
  • Pornos: Ein Video führt zum nächsten. Die ständige Neuheit macht es leicht, öfter weiterzumachen, als man eigentlich wollte.

Wenn du deine Gründe kennst, weißt du auch, wo du ansetzen kannst.

Wenn du es seltener machen willst

  • Ein klares Ziel setzen: zum Beispiel einmal am Tag statt dreimal, oder nur noch ohne Pornos.
  • Die häufigste Situation entschärfen: Wenn es meist nachts passiert, kommt das Handy aus dem Schlafzimmer.
  • Einen Plan für den Drang: „Wenn ich merke, dass ich nur aus Langeweile zum Handy greife, gehe ich zehn Minuten raus.“ Solche Wenn-dann-Pläne helfen nachweislich, Ziele umzusetzen (Gollwitzer & Sheeran, 2006).
  • Einen anderen Weg für Stress finden: Sport, Musik, mit jemandem reden.

Eine ausführliche Anleitung steht unter Masturbieren abgewöhnen oder seltener machen.

Was das für dich heißt

Mehrmals am Tag ist nicht automatisch zu viel. Zu viel ist es, wenn es dich mehr kostet, als es dir gibt. Wenn du das Gefühl hast, nicht mehr selbst zu entscheiden, kannst du daran arbeiten. Dopawise hilft dabei mit einer kurzen Pause im entscheidenden Moment, besonders nachts.

Häufige Fragen

Ist es normal, mehrmals am Tag zu masturbieren?

Für sich genommen ja. Die Sexualmedizin nennt keine normale Häufigkeit. Entscheidend ist, ob du die Kontrolle hast, ob es dich belastet und ob dein Alltag darunter leidet.

Ist dreimal am Tag masturbieren zu viel?

Nicht automatisch. Zu viel ist es, wenn du es nicht mehr steuern kannst, wenn es dir danach regelmäßig schlecht geht oder wenn Schlaf, Arbeit oder Beziehung leiden.

Kann mehrmals täglich masturbieren schaden?

Körperlich können Reizungen auftreten, besonders mit viel Druck. Häufiger sind indirekte Folgen wie Schlafmangel oder verlorene Zeit, vor allem wenn Pornos dabei sind.

Wie schaffe ich es, seltener zu masturbieren?

Finde die Situation, in der es am häufigsten passiert, und entschärfe genau die, zum Beispiel mit dem Handy außerhalb des Schlafzimmers. Ein klares Ziel und ein Wenn-dann-Plan für den Drang helfen.

Für den Moment, in dem du denkst: nur noch kurz

Dopawise schiebt ein „Warte mal.“ vor Instagram, Safari und Co., wird nachts strenger und sperrt Pornoseiten. Weniger gucken oder ganz aufhören, du entscheidest. Kein Konto, Grundfunktionen kostenlos. Bald im App Store.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Wenn du stark leidest oder Gedanken hast, dir etwas anzutun, wende dich an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos, rund um die Uhr) oder an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen

  1. International Society for Sexual Medicine (ISSM): What is the „normal“ frequency of masturbation? www.issm.info/sexual-health-qa/what-is-the-normal-frequency-of-masturbation
  2. Herbenick, D., Reece, M., Schick, V., Sanders, S. A., Dodge, B., & Fortenberry, J. D. (2010). Sexual Behavior in the United States: Results from a National Probability Sample of Men and Women Ages 14–94. The Journal of Sexual Medicine, 7(Suppl. 5), 255–265. doi.org/10.1111/j.1743-6109.2010.02012.x
  3. Gerressu, M., Mercer, C. H., Graham, C. A., Wellings, K., & Johnson, A. M. (2008). Prevalence of Masturbation and Associated Factors in a British National Probability Survey. Archives of Sexual Behavior, 37(2), 266–278. doi.org/10.1007/s10508-006-9123-6
  4. Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119. doi.org/10.1016/S0065-2601(06)38002-1